Mentoring im Rahmen des Projekts MAI
Mentoring – Was ist das eigentlich?
Unter Mentoring versteht man allgemein einen Förderprozess, in dem eine erfahrene Person (Mentor/In eine weniger erfahrene Person (Mentee) gezielt in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt. Diese Unterstützung geschieht in einer geschützten, hierarchiefreien Partnerschaft und basiert auf der gezielten Weitergabe von persönlichem Erfahrungswissen. So trägt Mentoring wesentlich dazu bei, persönliches Selbstvertrauen und zwischenmenschliche Fähigkeiten zu stärken sowie Probleme reibungsfreier zu bewältigen. Der Mentor bzw. die Mentorin kann in Problemsituationen aus der eigenen Erfahrung berichten und Rat erteilen, was dem Mentee erlaubt, an Erfahrungen und Erkenntnissen teilzuhaben, die er selbst (noch) nicht gemacht hat und diese für sich zu nutzen. Beide Partner/innen bilden gemeinsam ein sogenanntes Tandem. Der Mentee sitzt vorne und gibt die Richtung und das Ziel vor, während die/der Mentor/in auf dem hinteren Platz durch ihre/seine Erfahrung dem Mentee zusätzlich Kraft durch ihre/seine Erfahrung gibt.
Voraussetzung für die Teilnahme als Mentee waren:
- Das Unternehmen des Mentee bildet zum ersten Mal aus und bietet einen oder mehrere Ausbildungsplätze an;
- diese Plätze wurden über das Projekt IUBA "Internationale Unternehmen bilden aus" akquiriert;
- Das Unternehmen gehörte zu den IHK-Bezirken Frankfurt am Main, Darmstadt oder Offenbach.
Voraussetzungen für die Teilnahme als Mentor oder Mentorin waren:
- Die Mentor/innen waren lange Zeit als Ausbilder/in in einem Unternehmen tätig und verfügten über einen entsprechenden Erfahrungsschatz zu diesem Thema.
- Sie brachten das Interesse sowie die Offenheit mit, sich mit einem Erstausbilder / einer Erstausbilderin mit Migrationshintergrund kritisch auszutauschen.
- Sie wollten sich sozial und ehrenamtlich engagieren und an der Verbesserung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund mitwirken.
Da Ihre Erfahrungen vor allem hilfreich waren, um die Mentees bei berufspädagogischen Fragestellungen zu unterstützen, war es unerheblich, in welchem Berufsfeld sie als Ausbilder/in tätig waren.
Beide Seiten haben vom Mentoring profitiert
Durch eine Teilnahme am Mentorenprogramm konnten sowohl Mentor/in als auch Mentee auf vielfältige Weise profitieren!
MAI bot den Ausbilderinnen und Ausbildern:
- Persönliche Beratung bei regelmäßigen Treffen mit dem/der Mentor/in,
- Tipps zum Thema Personalführung von erfahrenen Ausbilder/innen,
- Erfahrungsaustausch mit erfahrenen Ausbilder/innen sowie mit Kolleg/innen, die ebenfalls zum ersten Mal ausbildeten,
- Unterstützung der Ausbildertätigkeit durch Arbeitsunterlage,
- Individuelle Ansprechpartner/innen bei akuten Fragen,
- eine Reihe von Informationsveranstaltungen zu den Rahmenbedingungen der Ausbildung und zu Themen wie Motivation, Krisenintervention, Führen von Bewertungsgesprächen etc. sowie
- ein Netzwerk, das neue Kooperationsmöglichkeiten bot.
MAI bot den ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren:
- Begleitende Workshops zum Erfahrungsaustausch und zur Schulung ihrer Beratungs- und Gesprächsführungskompetenz,
- interessante Begegnungen mit Unternehmer/innen mit anderen kulturellen Wurzeln,
- Regelmäßiger Austausch mit Kolleg/innen aus allen Branchen und
- ein Netzwerk, das neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnete.
Organisatorischer Rahmen
Mentor/in und Mentee schlossen eine Vereinbarung für die Dauer eines Jahres. Beide Partner/innen legten zusammen fest, welche gemeinsamen Ziele sie anstrebten und zu welchen Punkten Beratung gewünscht wurde.
Die MAI - Projektmitarbeiter/innen der INBAS GmbH in Offenbach, Regina Wiegand und Anette Curth, brachten Mentor/inn/en und Mentees (das sogenannte Matching)zusammen, organisierten die Plattform für die gemeinsame Arbeit und gestalteten die Informationsabende sowie die begleitendenden Workshops zum Erfahrungsaustausch.

